Tag 139 bis 140 – Pinguine statt Zwischenstopp – unser Abschied von Patagonien

Punta Arenas stand ursprünglich nur aus einem ganz pragmatischen Grund auf unserer Reiseroute: wegen des Flughafens. Mehr hatten wir von der Stadt ehrlich gesagt gar nicht erwartet. Doch wie so oft auf dieser Reise kam es anders. Als wir hörten, dass man von hier aus eine Tour zu einer echten Pinguininsel machen kann, wurde kurzerhand umgeplant. Keine lange Diskussion – ich habe direkt eine Tour zur Isla Magdalena gebucht. Und rückblickend war das eine der besten spontanen Entscheidungen der gesamten Reise.

Am Tag nach unserer Ankunft klingelte der Wecker früh. Noch etwas verschlafen, aber voller Vorfreude, ging es zum Hafen und von dort mit dem Boot hinaus auf die Magellanstraße – jene legendäre Meerenge, die einst Seefahrern den Weg um Südamerika eröffnete. Nach einiger Zeit tauchte am Horizont eine flache, unscheinbare Insel auf. Kaum zu glauben, dass sich hier eines der größten Brutgebiete der Magellanpinguine befindet.

Die Isla Magdalena ist während der Sommermonate fast ausschließlich den Pinguinen vorbehalten. Abgesehen von ihnen und ein paar Südmöwen gibt es hier keine weiteren dauerhaften Bewohner. Um die Tiere zu schützen, dürfen Besucher die Insel nur auf einem festgelegten Weg betreten – aber ganz ehrlich: Mehr braucht es auch nicht. Schon nach den ersten Schritten standen wir mitten zwischen hunderten, oder gefühlt tausenden Pinguinen.

Überall watschelten sie herum, laut rufend, völlig unbeeindruckt von uns Menschen. Manche standen einfach nur da und schauten neugierig, andere marschierten zielstrebig über den Weg, als hätten sie einen wichtigen Termin. Die Insel ist ein großes Brutgebiet, und die Pinguine graben kleine Höhlen in den Boden, in denen sie ihre Eier ausbrüten. Mit etwas Aufmerksamkeit entdeckten wir viele dieser Höhlen – oft mit einem Pinguin darin, der uns mit skeptischem Blick musterte.

Dieser Spaziergang war ohne Zweifel einer der coolsten der ganzen Reise. Ich weiß nicht, wie oft ich stehen geblieben bin, um Fotos und Videos zu machen. Meine Kamera ist jetzt randvoll mit Pinguinmaterial – aber wer könnte es mir verübeln? Sie sind einfach unfassbar witzig, charmant und irgendwie herzerwärmend. Ein Moment, der sich tief eingebrannt hat.

Nach diesem Highlight fuhr das Boot noch zu einer weiteren kleinen Insel, auf der sich eine riesige Seelöwenkolonie am Strand ausgebreitet hatte. Von Bord aus konnten wir die Tiere beobachten, wie sie dicht aneinandergedrängt in der Sonne lagen, sich brummend bemerkbar machten oder träge ins Wasser rollten. Viel Zeit hatten wir leider nicht, aber auch dieser kurze Stopp war beeindruckend.

Zurück in Punta Arenas gönnten wir uns erst einmal richtig gutes Seafood – frischer geht es hier unten kaum. Danach hieß es langsam Abschied nehmen. In der Nacht ging es für uns zum Flughafen und weiter Richtung Santiago de Chile.

Unsere Zeit in Patagonien war wild, rau, manchmal anstrengend – und gleichzeitig unglaublich berührend. Diese Weite, der Wind, die Farben, die Stille und die Tierbegegnungen werden wir ganz sicher nie vergessen. Patagonien hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen und einen festen Platz in unserem Herzen bekommen.

Letzte Grüße aus Patagonien
Carina

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