Für Silvester und den Start ins neue Jahr hatten wir uns nach einigem Hin und Her schließlich für Dolphin Heads bei Mackay entschieden. Eigentlich standen ganz andere Orte auf unserer Wunschliste: Airlie Beach und die Whitsunday Islands oder sogar K’gari (das ehemalige Fraser Island). Aber rund um Silvester waren die Unterkünfte dort schlicht unbezahlbar. Also wurde es am Ende Mackay – eine Entscheidung, die sich im Nachhinein absolut richtig angefühlt hat.
Mackay wird übrigens auch die Zuckerhauptstadt Australiens genannt. Rund um die Stadt erstrecken sich riesige Zuckerrohrfelder, und ein Großteil der australischen Zuckerproduktion kommt aus dieser Region. Kein klassisches Postkarten-Ziel, aber perfekt gelegen – und mit einigen echten Highlights in der Umgebung.
Auf dem Weg zu unserer Unterkunft legten wir einen Stopp in Bowen ein und fuhren hinauf zum Flagstaff Hill Lookout. Von oben hatten wir einen tollen Blick über die Küste und das türkisfarbene Meer. Genau der richtige Ort, um kurz die Beine zu vertreten, einen Kaffee zu holen und durchzuatmen. Danach durfte ein obligatorisches Foto vor der Big Mango natürlich nicht fehlen. Wer auf die Idee kommt, eine riesige Mango an den Straßenrand zu stellen? Australien eben – irgendwo zwischen genial und komplett verrückt.
Anschließend ging es weiter nach Dolphin Heads, ein kleines Viertel etwas außerhalb von Mackay, wunderschön direkt am Meer gelegen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, überhaupt in die Wohnung zu kommen, konnten wir dann endlich den Blick von unserem Balkon genießen: freier Meerblick, Wellenrauschen inklusive. Genau das, was wir uns für die letzten Tage des Jahres gewünscht hatten.
Am nächsten Morgen – oder besser gesagt: mitten in der Nacht – klingelte der Wecker. Unser Ziel: Wallabys am Strand bei Sonnenaufgang im Cape Hillsborough Nationalpark. Also saßen wir um 4 Uhr morgens im Auto und fuhren knapp eine Stunde durch die Dunkelheit. Müde, aber voller Vorfreude.
Unten am Strand standen schon einige andere Frühaufsteher mit Kameras bereit und die Wallabys hüpften bereits über den Strand. Carina konnte richtig schöne Fotos machen – eines der Wallabys hatte sogar ein Junges im Beutel, das immer mal neugierig herauslugte. Einfach unglaublich niedlich. Und ganz ehrlich: Wer hat sich bitte ausgedacht, dass so ein Tier Sinn ergibt? Die Natur hat wirklich Humor. Einziger Wehrmutstropfen für uns: die Tiere kamen wohl früher einmal von sich aus an den Strand, mittlerweile werden sie von Rangern gefüttert, damit die Touristen den Weg nicht umsonst machen. Das hat sich für uns nicht ganz richtig angefühlt, auch wenn wir froh waren die Tiere sehen zu können.
Am Nachmittag schauten wir uns dann noch die Innenstadt von Mackay an. Leider war sie eher ernüchternd. Viele kleine Läden hatten geschlossen oder standen leer, vieles scheint sich hier in große Shoppingcenter verlagert zu haben. Also landeten wir schließlich auch dort – mit einem kleinen Erfolgserlebnis: Carina fand eine neue Sonnenbrille, nachdem bei der alten eine Schraube verloren gegangen war. Man muss die kleinen Siege feiern.
Und dann war er da: Silvester. Tagsüber verbrachten wir die Zeit entspannt am Pool und bei Spaziergängen am Strand. Wir ließen das Jahr – und vor allem diese Reise – noch einmal Revue passieren. Es ist kaum in Worte zu fassen, wie viel wir gesehen und erlebt haben. So viele Länder, so viele Gegensätze, so viele Momente, die uns einfach nur staunen ließen.
Vom Regenwald in Costa Rica über 5.000 Meter hohe Berge in Peru, von pulsierenden Städten wie Buenos Aires bis zur stillen, rauen Weite Patagoniens. Jede Region hatte ihren eigenen Zauber, und wir könnten ehrlich gesagt nicht sagen, was uns am besten gefallen hat. Diese Reise hat uns unglaublich viel gegeben – Erinnerungen, Begegnungen und Perspektiven, die wir nie wieder missen möchten.
Am Abend ging es dann in die Stadt, denn in Australien wird Silvester oft als großes Familienfest gefeiert. Viele Städte organisieren richtige Events mit Foodtrucks, Bühnenprogramm und gleich zwei Feuerwerken: ein Familienfeuerwerk am frühen Abend und eines um Mitternacht. Wir schauten uns ein bisschen das Konzert an, holten uns einen kalten Smoothie und genossen das Familienfeuerwerk um 21 Uhr über dem Fluss.
Mitternacht verbrachten wir dann ganz für uns – am Strand vor unserer Wohnung. Ganz allein genossen wir das Meeresrauschen und in der Ferne leuchteten die Feuerwerke. Ein ruhiger, wunderschöner Abschluss für ein unglaublich intensives Jahr.
Danke an euch alle, die uns unterstützt, begleitet und diese Reise teilweise überhaupt erst möglich gemacht haben. Wir wünschen euch einen wundervollen Start ins neue Jahr und freuen uns schon riesig darauf, euch bald wieder in die Arme schließen zu können.
Bis dahin liebe Grüße von Down Under
Andi & Carina