Heute nehme ich euch mit auf unsere Fahrt von Cairns nach Townsville und unseren kurzen, aber überraschend intensiven Aufenthalt dort. Townsville selbst gilt nicht gerade als Schönheitskönigin unter Australiens Städten – und ehrlich gesagt waren wir auch nicht wegen der Stadt hier. Der Ort liegt perfekt auf unserer Route Richtung Süden und ist außerdem das Tor zu Magnetic Island, einer kleinen Insel mit traumhafter Natur und jeder Menge Tierbegegnungen. Aber erstmal von vorne.
Mittlerweile sind wir seit sechs Tagen in Australien und ich gewöhne mich langsam an den Linksverkehr. Zwar schaue ich an Kreuzungen immer noch instinktiv in die falsche Richtung, aber sonst klappt es erstaunlich gut. Zum Glück ist außerhalb der Städte nicht viel Verkehr unterwegs und die Straßen sind angenehm breit – das macht das Fahren deutlich entspannter.
Auf der Fahrt legten wir zwei kleine, aber richtig schöne Stopps ein. Zuerst hielten wir an den Josephine Falls, südlich von Cairns gelegen, mitten im tropischen Regenwald. Genau genommen handelt es sich hier um einen Fluss, der sich über mehrere kleine Wasserfälle in natürliche Becken ergießt. Das Wasser war herrlich kühl – genau das Richtige nach der Fahrt. Zusammen mit ein paar anderen Reisenden sprangen wir ins Wasser, während einige Kinder die glatten Felsen wie eine natürliche Wasserrutsche nutzten. Australischer Sommer vom Feinsten.
Frisch abgekühlt ging es weiter zum Kennedy Walking Track. Über Holzstege liefen wir ein Stück entlang der Küste durch Mangroven und Buschland. Mit etwas Glück kann man hier sogar einen Kasuar (Cassowary) in freier Wildbahn sehen – einen der größten und gefährlichsten Vögel der Welt. Leider hatten wir an diesem Tag kein Glück, aber allein die Landschaft war den Stopp wert. Danach fuhren wir ohne weitere Unterbrechung bis nach Townsville.
An unserem einzigen vollen Tag hier hieß es früh aufstehen, denn wir nahmen morgens die Personenfähre nach Magnetic Island. Die Überfahrt dauert nur etwa 20 Minuten, fühlt sich aber an wie ein kleiner Tapetenwechsel in eine andere Welt. Auf der Insel gingen wir zunächst wandern – und wir hatten gleich richtig Glück: Wir sahen unseren ersten wilden Koala, gemütlich in einem Eukalyptusbaum, und einen Kookaburra aus nächster Nähe, der uns neugierig musterte.
Nach etwa anderthalb Stunden wurde es allerdings immer heißer. Die Sonne brannte gnadenlos vom Himmel, und so beschlossen wir, das Wandern zu beenden und lieber an den Strand zu gehen. Besonders cool: Es gibt auf Magnetic Island sogenannte Stinger-Net-Bereiche, die mit Netzen abgesperrt sind und Schutz vor giftigen Quallen bieten. So konnten wir ganz entspannt ins Wasser gehen, ohne uns Sorgen zu machen. Ein paar Stunden ließen wir es uns dort richtig gut gehen und genossen die entspannte Inselstimmung.
Am Nachmittag machten wir uns dann auf die Suche nach Felsen-Wallabys – und wurden tatsächlich fündig. An einer ganz bestimmten Stelle an der Küste, am Ende einer kleinen Straße, entdeckten wir gleich fünf oder sechs Tiere. Eines saß sogar direkt auf dem Weg, fast so, als wollte es sagen: „Hey Leute, wir sind hier – schaut mal!“ Eine unglaublich coole Erfahrung. Die kleinen Wallabys sind wirklich unfassbar niedlich.
Danach ging es mit der Fähre zurück nach Townsville. Am Abend machten wir noch einen Spaziergang durch den angrenzenden Park bei unserer Unterkunft. In der Dämmerung flogen plötzlich Dutzende Flughunde über uns hinweg – nur etwa zehn Meter über unseren Köpfen. Man konnte ihre großen Lederflügel und die typische Silhouette ganz deutlich erkennen. Für mein Handy waren sie leider zu schnell, und es wurde schon zu dunkel – aber ich hoffe, auf den Fotos kann man sie trotzdem erahnen.
Am nächsten Tag hieß es dann schon wieder Abschied nehmen. Unser Aufenthalt in Townsville war kurz, aber dafür voller besonderer Momente. Genau solche Stopps sind es, die einen Roadtrip am Ende so besonders machen.
Sommerliche Grüße im Dezember
Andi