Tag 141 bis 145 – Großstadtpause zwischen Patagonien und Galápagos

Von Punta Arenas ging es für uns weiter nach Santiago de Chile, der Hauptstadt Chiles – zurück in die Großstadt, zurück in den Trubel. Nach all der Weite Patagoniens fühlte sich das erstmal ein bisschen surreal an. Zum Glück hatten wir wieder richtiges Glück mit unserer Unterkunft: ein schönes, modernes Airbnb, das uns sofort an unsere Wohnung damals in La Paz erinnerte. Genau der richtige Ort, um erstmal anzukommen und all die Eindrücke der letzten Wochen sacken zu lassen.

In den ersten Tagen haben wir es ruhig angehen lassen und Santiago ganz entspannt erkundet. Natürlich führte unser Weg auch zum Plaza de Armas, dem historischen Herzen der Stadt. Dort stand ein riesiger Weihnachtsbaum, der bei sommerlichen Temperaturen irgendwie fehl am Platz wirkte. Überhaupt lief überall Weihnachtsmusik, aber ohne Weihnachtsmärkte, Lichterketten und Glühwein wollte bei uns so gar keine Adventsstimmung aufkommen. Stattdessen: Sonne, T-Shirt und Sonnenbrille – auch mal eine Erfahrung.

Wir spazierten weiter durch die Stadt, vorbei an der Fuente de Neptuno im Parque Forestal und hinauf auf den Cerro Santa Lucía. Der kleine Hügel mitten in der Stadt ist eine grüne Oase mit Aussichtspunkten, Treppen, Brunnen und Palmen – perfekt, um Santiago einmal von oben zu betrachten. Von dort oben sieht man erst richtig, wie groß diese Stadt ist und wie sie von den Anden eingerahmt wird.

Ganz besonders hängen geblieben ist uns ein Café, das wir zufällig entdeckt haben. Übersetzt hieß es „Wunderland Café“ – und genauso fühlte es sich auch an. Total verwinkelt, über mehrere Etagen verteilt, mit schmalen Wendeltreppen, liebevollen Details und ganz viel Weihnachtsdeko. Es war, als wäre man in den Kaninchenbau aus Alice im Wunderland gefallen. Ein absoluter Wohlfühlort, an dem wir länger sitzen geblieben sind als geplant.

Danach zog es uns weiter ins Bellavista-Viertel, eines der kreativsten Viertel Santiagos. Hier ist die Stadt bunt, laut, künstlerisch. Überall Streetart, bemalte Hausfassaden, kleine Bars und Restaurants. Bellavista ist auch bekannt als Ausgehviertel und liegt direkt am Fuße des Cerro San Cristóbal, aber uns reichte schon ein gemütlicher Spaziergang, um die kreative Atmosphäre aufzusaugen.

Die restlichen Tage in Santiago waren dann weniger touristisch, dafür umso wichtiger. Wir steckten mitten in den organisatorischen Vorbereitungen für die nächsten großen Etappen unserer Reise. Einreiseformulare für die Galápagos-Inseln, Visa-Angelegenheiten für Australien, dazu Post zur Heimat. Wir haben ein Paket nach Deutschland geschickt – voll mit Erinnerungsstücken, aber vor allem mit warmen Klamotten. Die werden wir erstmal nicht mehr brauchen. Der Rucksack wurde deutlich leichter und plötzlich war wieder Platz für neue Souvenirs. Ein gutes Gefühl.

Eigentlich hatten wir noch große Pläne: die Weinberge rund um Santiago, ein Ausflug in die bunte Küstenstadt Valparaíso mit ihren Hügeln und Aufzügen. Aber wie so oft auf Reisen reichte die Zeit dann doch nicht für alles. Also haben wir beschlossen: Das heben wir uns für ein nächstes Mal auf. Santiago läuft uns nicht davon.

Denn das nächste Highlight ließ ohnehin nicht lange auf sich warten. Für uns ging es weiter zu den Galápagos-Inseln – ein Ort, von dem wir beide schon lange träumen. Die Vorfreude war riesig, die Erwartungen mindestens genauso.

Grüße aus der Großstadt,
Andi

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