Tag 173 bis 174 – Kängurus im Garten und Koalas zum Anfassen

Nach unserem Wasserabenteuer in Agnes Water ging es für uns weiter nach Landsborough, wo wir zwei Nächte eingeplant hatten. Eigentlich wollten wir ja an die Sunshine Coast, vielleicht nach Noosa, diesem hübschen kleinen Surferort mit Stränden wie aus dem Katalog. Aber wie so oft: entweder schön oder bezahlbar – beides zusammen war leider nicht drin. Und so wurde es ganz spontan Landsborough, ein unscheinbarer Ort gleich neben dem Australia Zoo.

Und rückblickend können wir sagen: Zum Glück. Denn der Australia Zoo stand schon lange auf unserer Wunschliste. Wir hatten in Deutschland die Serie „Die Irwins – Crocodile Hunter Family“ gesehen und waren damals schon beeindruckt von der Nähe zu den Tieren, der ehrlichen Begeisterung der Familie Irwin und ihrem starken Fokus auf Naturschutz statt Show.

Doch bevor es in den Zoo ging, erstmal zur Anreise – denn die hatte es schon in sich. Mittags legten wir einen Stopp am Urangan Pier in Hervey Bay ein. Der Pier ragt fast einen Kilometer ins Meer hinaus und war voller Angler, die auf Hornhechte, Makrelen oder einfach ihr Glück hofften. Eine schöne kleine Pause mit Meeresluft und weitem Blick, bevor es weiter ins Hinterland ging.

Schon kurz vor unserer Unterkunft konnten wir die ersten Kängurus am Straßenrand sehen – und die waren deutlich größer als die Wallabys, die wir bisher kannten. Als wir dann ankamen, wurde es richtig surreal: Eine ganze Känguru-Familie stand einfach im Garten, direkt neben den Hochbeeten. Mehrere Weibchen mit Jungtieren im Beutel, aus denen neugierig Köpfe oder Beinchen herausschauten. Wir konnten unser Glück kaum fassen und sind natürlich erstmal eine Runde spazieren gegangen, um die Tiere in Ruhe zu beobachten. Wieder einmal hatten wir mit unserer Unterkunft einen absoluten Glücksgriff gelandet.

Am nächsten Morgen klingelte früh der Wecker, denn wir wollten die kühleren Morgenstunden im Zoo ausnutzen. Leider war Sonntag, was bedeutete: viele Familien, viele Kinder, viele Menschen – und das schon zur Öffnung. Zum Glück hatte ich die Tickets vorab online gekauft, sodass wir uns direkt an den Warteschlangen vorbeischlängeln konnten.

Es war ein wunderschöner Sommermorgen, blauer Himmel, ein paar lockere Wolken – und wir beobachteten, wie fast alle Besucher direkt zu den Krokodilen strömten. Also machten wir genau das Gegenteil. Beste Entscheidung.

Unser erster Stopp führte uns zu den Wombats. Einer saß ganz entspannt in seiner Erdhöhle, ein anderer flitzte plötzlich erstaunlich schnell durchs Gehege. Wir wunderten uns noch, wie flott so ein Wombat eigentlich sein kann – bis der Grund auftauchte: Ein Tierpfleger kam zur täglichen Wombat-Gassi-Runde. Ja, richtig gelesen. Die Wombat-Dame „Cato“ darf hier täglich unter Aufsicht durch den Zoo spazieren, andere Tiere begrüßen und neugierige Touristen beäugen. Locker an der Leine, begleitet von einem zweiten Pfleger mit einem Bollerwagen für den Fall, dass Cato keine Lust mehr hat zu laufen. Was für ein Leben.

Danach ging es weiter ins Reptilienhaus, vorbei an Schlangen und Echsen, dann durch eine begehbare Vogelvoliere, in der kleine bunte Vögel frei um uns herumflogen. Anschließend kamen wir zu den Wallabys und Kängurus – und hier wartete schon das nächste Highlight. Man konnte mitten durch das Gehege laufen, die Tiere füttern und sogar streicheln. Es erinnerte mich total an das Rehgehege aus meiner Kindheit, nur dass die Kängurus noch entspannter waren. Die meisten lagen dösend im Schatten oder ließen sich völlig gelassen kraulen.

Und dann: Koalas. Gleich im ersten Baum saßen einfach vier Stück, friedlich schlafend, als wäre das das Normalste der Welt. Ein paar Meter weiter gab es sogar die Möglichkeit, einem Koala ganz nah zu kommen und ihn – unter strenger Aufsicht und nur wenn das Tier entspannt war – sanft am Rücken beziehungsweise am Popo zu streicheln. Die Pfleger erklärten dabei viel über das Leben der Koalas, ihren Energiehaushalt und warum sie den Großteil des Tages verschlafen. Ein Highlight nach dem anderen.

Mittags ging es dann ins Crocoseum, ein großes Stadion, das speziell für Informationsshows rund um Krokodile gebaut wurde. Keine Zirkusnummern, keine Tricks – sondern Aufklärung. Wie verhält man sich richtig? Wo lauern Gefahren? Warum sind Krokodile wichtig für das Ökosystem? Besonders cool fanden wir, Bindi Irwin und ihren Mann live zu sehen und ihre ehrliche Begeisterung für Tiere und Naturschutz zu spüren.

Nach einem schnellen Hotdog in der Mittagspause schauten wir uns noch die weiteren Koala-Plätze an und standen schließlich ehrfürchtig vor den mächtigen Krokodilen und Alligatoren. Wie ruhig sie im Wasser liegen, fast regungslos, nur um im nächsten Moment explosionsartig zuzuschlagen – beeindruckend und unheimlich zugleich.

Zum Abschluss besuchten wir noch das Wildtierkrankenhaus. Durch große Glasscheiben konnten wir einen Blick in den Alltag werfen. In einem Raum wurde gerade ein narkotisierter Koala untersucht und gleich daneben eine Sumpfschildkröte. Carina war sofort völlig fasziniert und begann mir begeistert die medizinischen Geräte zu erklären. Ihre Augen leuchteten – und ich bin mir ziemlich sicher, dass sie hier irgendwann ein Praktikum machen wird 😄.

Es war ein unglaublich schöner Tag und ein perfekter, völlig ungeplanter Abstecher nach Landsborough. Einer von diesen Momenten auf Reisen, bei denen man merkt: Manchmal sind es genau die Umwege, die alles richtig machen.

Tierische Grüße
Andi 🐨🦘

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