Tag 175 bis 183 – Redcliffe, Brisbane & Katzen-Kuscheln

Redcliffe und Brisbane – zwei Orte, die für uns ganz besonders bleiben werden. Denn hier hatten wir unseren ersten Housesit überhaupt. Das bedeutete: Eine liebe Familie war für eine Woche im Urlaub und wir durften in dieser Zeit auf Haus, Tiere und Pflanzen aufpassen. Unsere Aufgaben waren überschaubar – zwei Katzen versorgen, die Hühner einmal täglich füttern und ein Auge darauf haben, dass die Pflanzen nicht verdursten. Dafür hatten wir ein ganzes Haus in Redcliffe, nördlich von Brisbane, ganz für uns allein. Richtig cool.

Vor allem aber war es eine einmalige Gelegenheit, in das alltägliche Leben in Australien einzutauchen. Nicht als Reisende, sondern fast ein bisschen wie Einheimische. Und ich muss sagen: Es hat uns extrem gut gefallen. Die Region rund um Brisbane, Sunshine Coast und Gold Coast bietet einfach alles – warmes, stabiles Wetter, viel Natur, Nähe zum Meer und unglaublich freundliche Menschen. Kein Wunder also, dass es so viele hierherzieht.

Unsere Woche in Redcliffe haben wir bewusst ruhig angehen lassen. Carina hat jeden Morgen Yoga im Garten gemacht – meistens mit mindestens einer Katze als treuer Begleiter. Der Kater war absolut verschmust und kaum von ihr wegzubekommen. Die Katze dagegen hatte klare Regeln: Streicheleinheiten ja, aber bitte erst abends. Ich habe mir in der Zeit endlich mal wieder mehr Zeit für die Blogartikel genommen und gemeinsam haben wir versucht zu planen, was wir in unserem letzten Reisemonat noch machen wollen. Gar nicht so einfach – zu viele Möglichkeiten, zu wenig Zeit und natürlich sollte alles auch ins Budget passen. Aber ihr kennt uns: Irgendwie wird sich schon alles fügen.

An einem Tag haben wir uns die Fahrräder der Familie geschnappt und sind die Küste entlanggeradelt. Redcliffe ist eine kleine Halbinsel, mit langen Promenaden, ruhigen Stränden und viel Weite. Theoretisch kann man hier sogar Dugongs, also Seekühe, sehen – vor allem weiter draußen im Moreton Bay Marine Park. Leider hatten wir an diesem Tag kein Glück. Aber auch ohne Dugongs war es einfach schön, wieder mal Fahrrad zu fahren, den Wind im Gesicht zu spüren und am Ende mit Fish’n’Chips am Hafen belohnt zu werden.

Am Sonntagabend ging es dann ins Kino. Wir haben uns den zweiten Teil von Wicked angeschaut – und weil es eine späte Vorstellung an einem Sonntag war, hatten wir das Kino wieder für uns allein. Ganz ähnlich wie damals in La Paz. Dazu kamen luxuriöse Kinosessel mit verstellbarer Lehne und Fußteil. Kino kann wirklich anstrengend sein😄

Einen weiteren Tag nutzten wir für einen Ausflug an die Strände der Sunshine Coast. Wir waren am Coolum Beach und am Mooloolaba Beach. Beide Strände sind wunderschön: feiner Sand, klares Wasser und angenehme 27 °C Wassertemperatur. Das Meer hier wirkt gleichzeitig kraftvoll und einladend – ein absoluter Traum.

Zum Ende der Woche stand dann noch Brisbane auf dem Plan. Wir hatten schon viel Gutes über die Stadt gehört und wollten uns selbst ein Bild machen. Statt mit dem Auto ging es ganz entspannt mit dem Zug hinein. Dank einer aktuellen Aktion kosten in Queensland alle öffentlichen Verkehrsmittel nur 50 Cent pro Fahrt – perfekt für unser Reisebudget.

Wir stiegen im Fortitude Valley aus, schlenderten durch kleine Gassen, vorbei an Street Art und Cafés, und liefen dann langsam hinunter zum Brisbane River. Die Stadt ist eine spannende Mischung aus alten Kolonialgebäuden und moderner Architektur – und irgendwie passt alles erstaunlich gut zusammen. Besonders beeindruckend ist die Story Bridge, eine der bekanntesten Brücken Australiens, die sich zwischen Wolkenkratzern über den Fluss spannt.

Wir liefen am Wasser entlang Richtung CBD, der Innenstadt. Brisbane punktet hier mit unglaublich vielen Fuß- und Radwegen direkt am Fluss, teilweise sogar auf Stegen über dem Wasser. Mit einer frischen Brise lässt sich die Hitze der Stadt so wunderbar ertragen. Mittagessen gab es zwischen Hochhäusern und geschäftigem Treiben, bevor es weiter nach South Bank ging.

South Bank ist ein riesiges Freizeit- und Kulturareal auf der anderen Seite des Flusses. An diesem Tag fand dort ein kleiner Künstlermarkt statt – perfekt zum Bummeln. Danach gönnten wir uns ein Stück Kuchen und ein kaltes Getränk, bevor wir zur berühmten Lagune von South Bank kamen. Eine riesige, öffentliche Badelandschaft mitten in der Stadt – kostenlos für alle. Entsprechend viele Menschen nutzten die Gelegenheit zur Abkühlung.

Am späten Nachmittag stiegen wir auf die CityCat-Fähre, die verschiedene Stationen entlang des Flusses verbindet. Wir fuhren bis zur Endstation Northshore, denn dort wartete die Eat Street auf uns. Ein riesiges Gelände voller Imbissstände aus aller Welt, Livemusik, DJs, kleinen Bühnen und einer großartigen Atmosphäre. An diesem Abend spielte auf der großen Bühne sogar eine Schülerband – noch jung, aber mit erstaunlich viel Talent und richtig Spaß an der Musik.

Irgendwann ging dieser lange, schöne Tag dann langsam zu Ende. Mit der Fähre ein paar Stationen zurück, dann mit dem Zug nach Redcliffe. Uns war klar: Diese Stadt hat uns echt abgeholt. So sehr, dass wir beschlossen, nach unserer Housesitting-Woche noch zwei weitere Tage in Brisbane zu verbringen. Carina fand sogar eine Wohnung direkt in South Bank, inklusive kostenlosem Parkplatz – Jackpot.

In diesen zwei Tagen waren wir noch im Botanischen Garten, ein bisschen shoppen in der Innenstadt und abends schick essen direkt am Wasser neben der Story Bridge. Besonders abends entfaltet Brisbane seinen Charme, wenn die Lichter der Stadt angehen und sich im Fluss spiegeln.

Zum Abschluss ging es noch hoch hinaus: auf das Sky Deck des Queen’s Wharf Brisbane, einer neuen Aussichtsplattform im 27. Stock. Von dort oben hatten wir einen Blick über die gesamte Stadt, den Fluss, die Brücken und die Skyline. Ein perfekter Abschluss für eine Woche, die sich weniger nach Reisen und mehr nach Ankommen angefühlt hat.

Sonnige Grüße
Andi

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