Tag 121 bis 126 – Unsere Reise zu den Iguazú-Fällen – Ein Weltwunder der Natur

Ich muss ehrlich sagen: Die Iguazú Wasserfälle standen anfangs gar nicht auf unserer Route. Aber wie es beim Reisen eben manchmal läuft – plötzlich ergibt sich etwas, man schaut sich an, nickt gleichzeitig und schwupps: Carina hat eine dreitägige Tour inklusive Flügen geplant und gebucht. Wenn man schon mal in der Nähe eines der 7 Naturweltwunder ist, dann fährt man da schließlich nicht einfach vorbei, oder?

Also starteten wir früh am Morgen, landeten mittags in Puerto Iguazú und erleichterten uns von unserem Gepäck. Nach einem schnellen Mittagessen sind wir direkt mit dem Bus in den Nationalpark auf der argentinischen Seite. Das Wetter? Naja… ich sag mal so: Es hat ausgesehen, als würde der Himmel versuchen, die Wasserfälle zu übertreffen. Regen. Viel Regen. Wir hatten aber schon Tickets – also Regenjacke drüber und rein ins Abenteuer.

Die argentinische Seite besteht aus mehreren Rundwegen, die einen immer wieder zu neuen Blickwinkeln auf die Fälle führen. Das Faszinierende daran: Iguazú ist nicht „der eine“ Wasserfall. Es sind rund 275 einzelne große und kleine Wasserfälle, gespeist vom Río Iguazú, die sich über fast 3 Kilometer verteilen. Keine gerade Linie, sondern eine zerfurchte, zerklüftete Kante, die aussieht, als hätte jemand mit einem Messer in eine gigantische Torte geschnitten. Die Wassermassen donnern sekündlich hinunter – und selbst wenn man danebensteht, denkt man: „Der Fluss muss doch irgendwann leer sein.“, aber Nein. Es fließt weiter und weiter und weiter.

Nach einer Stunde Dauerregen waren wir durch und zwar komplett bis auf die Unterhose. Also haben wir für diesen Tag abgebrochen und gehofft, dass das Wetter am nächsten Tag besser wird. Am Abend ging es für uns dann nur schnell zum Italiener um die Ecke, und es hat natürlich immer noch geregnet.

Unsere Hoffnung erfüllte sich und der zweite Tag begrüßte uns mit strahlendem Sonnenschein. Wir fuhren erneut in den Park und starteten diesmal mit der kleinen Eisenbahn, die einen zum oberen Bereich des Flusses bringt. Von dort führen lange Stege aus Metall durch den Wald und über das Wasser bis zum berühmten Garganta del Diablo – dem Teufelsschlund. Es ist der mächtigste Teil der Wasserfälle, und wenn man dort vorne steht, fühlt es sich an, als würde die Erde selbst brüllen. Ich wusste wirklich nicht, dass Wasser so laut sein kann.

Von den Stegen konnte man auch einige Wasservögel und Sumpfschildkröten über dem Wasser und große Welse und Barsche im Wasser beobachten. Anschließend liefen wir den oberen Rundweg ab. Diesmal ohne Regenjacke, dafür mit Sonnencreme, Kamera und einem fetten Grinsen im Gesicht. So viel Natur, so viel Kraft, so viel Schönheit – wir waren komplett hin und weg.

Tag drei führte uns über die Grenze nach Brasilien. Der Grenzübergang war schnell gemacht und ging ohne Probleme. Der Rest: Naja… sagen wir, es war eine Lektion in Geduld. Die Straße zum Nationalpark wird gerade fast komplett neu gebaut, weshalb wir statt 30 Minuten über eine Stunde brauchten. Und dann: zwei weitere Stunden Schlange stehen bis zum Shuttlebus im Nationalpark. Wir waren schon leicht angenervt, aber gut – wir wollten ja unbedingt beide Seiten sehen.

Dann endlich der Weg entlang der Schlucht. Die brasilianische Seite zeigt die Wasserfälle von der gegenüberliegenden Seite und damit von der „Panorama-Perspektive“. Zum ersten Mal sieht man die volle Breite der Wasserfälle – und versteht erst dann, wie gigantisch dieses Naturwunder wirklich ist. Je weiter man den Weg entlangläuft, desto näher kommt man wieder den herabstürzenden Massen, bis man schließlich auf einen Steg gelangt, der mitten hinein in den nassen Wahnsinn führt. Der Wind pfeift, die Gischt kommt von allen Seiten – aber es ist einfach nur herrlich chaotisch und witzig. Und natürlich haben wir uns den Spaß nicht entgehen lassen.

Der Rückweg war… sagen wir: ein Geduldsspiel Teil zwei. Schlange stehen, warten auf den Shuttlebus zurück zum Eingang des Nationalparks, dann Stau auf der Baustelle, und wieder warten an der Grenze. Insgesamt fünf Stunden Rückfahrt. Wäre unser Flug nicht glücklicherweise verschoben worden, dann hätten wir ihn verpasst. Das nenne ich Glück im Unglück.

Der Tag endete mit dem Rückflug nach Buenos Aires, wo wir die nächsten Tage im schönen Leloir Viertel verbrachten und nichts Aufregendes unternahmen. Deshalb wird es im nächsten Artikel um unsere Reise nach Patagonien gehen.

Bis dahin nasse Grüße,
Andi

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