Auf geht’s in die Salzwüste und die Vulkanlandschaft. Heute berichte ich dir von unserer Drei-Tage Tour von Uyuni durch die Salzwüste, vorbei an Vulkanen und Flamingo Lagunen bis nach San Pedro de Atacama in Chile. Und ich kann dir sagen, es waren beeindruckende und wirklich lustige drei Tage. Eigentlich muss ich sogar einen Tag vorher anfangen, als wir die Tour buchen wollten. Das Internet und alle Leute, mit denen wir davor gesprochen hatten, rieten uns dringend, die Tour im Voraus zu reservieren, weil sie so beliebt sei. Aber wir haben uns wie immer keinen Stress gemacht und waren überzeugt, dass wir schon etwas finden würden.
Und genauso war es dann auch. In Uyuni gibt es gefühlt vierzig Touranbieter, die alle dieselben Routen fahren. Im ersten Büro gab es nur spanische Touren, also sind wir weiter und im zweiten Laden wurden wir dann fündig. Und siehe da, es war sogar noch deutlich günstiger als online. Barzahlen lohnt sich einfach.
Am nächsten Morgen ging es dann los und wir trafen uns um 10.30 Uhr beim Tour-Büro. Endlich mal eine humane Startzeit, sodass wir gemütlich frühstücken konnten. Unsere Rucksäcke wurden auf dem Jeep Dach festgezurrt und dann lernten wir unsere Gruppe kennen. Die Gruppe wurde auf zwei Jeeps aufgeteilt und bei uns waren der Fahrer, unser Reiseleiter Lucio, ein englisches Paar, ein Franzose und wir beide. Eine super bunte Mischung und schon nach wenigen Minuten war klar, dass wir uns gut verstehen und drei lustige Tage haben werden. Unser Fahrer und Lucio haben sich gegenseitig mit ihrer Musik überboten und ich bin mir sicher, dass in unserem Jeep die bessere Stimmung war.
Unser erster Stopp war der Zugfriedhof von Uyuni. Früher war die Stadt ein wichtiger Bahn Knotenpunkt für Transporte zwischen Peru, Chile, Bolivien und Argentinien. Da alle Teile aber aus England importiert werden mussten und das irgendwann viel zu teuer wurde, setzte sich der Transport per LKW und Bus durch. Zurück blieb ein riesiger Friedhof aus verrosteten Lokomotiven und Waggons, teilweise bemalt, teilweise zu Kunstwerken verbogen. Ein echt cooles Fotomotiv und gleichzeitig ein bisschen surreal.
Danach ging es in ein kleines Dorf, in dem lokale Familien das Salz der Wüste abbauen und verarbeiten. Lucio erklärte uns, wie das Salz gereinigt wird und wieso manche Häuser komplett aus Salzblöcken bestehen. Mit der Zeit wachsen darin neue Salzkristalle, je nach Feuchtigkeit, und die Wände werden immer dicker. Nach einem gemeinsamen Mittagessen ging es dann endlich mitten hinein in die Salzwüste. Kilometerweit nur Weiß, und an manchen Stellen liegt das Salz bis zu 100 Meter tief. Vor Millionen Jahren lag hier ein riesiger Salzsee, der durch die Hebung der Anden austrocknete und diese unglaubliche Landschaft zurückließ. Dadurch, dass es keinerlei Bezugspunkte gibt, kann man hier die lustigen Perspektivfotos machen. Wir haben uns natürlich kreativ ausgelebt.
Unsere nächste Station war die berühmte Kaktusinsel. Eine steinige Insel mitten in der endlosen weißen Ebene. Wenn man genau hinschaut, erkennt man, dass die gesamte Insel aus versteinerter Koralle besteht. Ein weiterer Beweis, dass hier früher einmal Wasser war. Die Kakteen dort wachsen sehr langsam und einige sind mehrere hundert Jahre alt. Abends gab es dann den perfekten Abschluss für Tag eins: ein traumhafter Sonnenuntergang, unsere ganze Truppe zusammen und ein Glas Rotwein in der Hand. Ich glaube schöner geht es kaum.
Tag zwei startete mit einem gemütlichen Frühstück, bevor es zurück in die Jeeps ging. Wir fuhren durch bizarre, vom Wind geformte Felslandschaften, vorbei an alten Vulkanen und immer weiter zu den bunten Lagunen. Die Lagunen waren unser absolutes Highlight, weil sich dort unzählige Flamingos versammeln. Diese Tiere in dieser unwirklichen, salzigen Umgebung zu sehen, war irgendwie magisch. Carina hat richtig schöne Fotos gemacht. Zum Abschluss des Tages kamen wir noch an der Laguna Colorada vorbei, die durch bestimmte Algenarten ihre typische rosa-rote Farbe bekommt.
Am dritten Tag mussten wir früh raus, denn wir wollten die thermalen Quellen bei Sonnenaufgang sehen. Nur am Morgen ist der Temperaturunterschied so groß, dass der Dampf richtig aktiv brodelt. Danach machten wir noch einen letzten Fotostopp und dann wurden wir zur bolivianisch-chilenischen Grenze gebracht. Dort verabschiedeten wir uns von unserem Fahrer und Lucio und fast alle aus unserer Gruppe fuhren weiter nach Chile.
Die Ausreise aus Bolivien ging schnell, die Einreise nach Chile war dann… sagen wir unentspannt. Unser Busfahrer erklärte uns völlig hektisch, dass wir ein Onlineformular ausfüllen müssen. Natürlich ohne Handyempfang. Natürlich mit nur ganz schwachem WLAN an einem einzigen Punkt im Grenzposten. Alle waren genervt, keiner wusste was Sache ist, aber irgendwie haben wir es dann doch geschafft. Die Grenzkontrolle an sich war dann ganz einfach und ging relativ schnell. Nach weiteren dreißig Minuten Busfahrt erreichten wir dann uns Ziel: San Pedro de Atacama.
Über unsere Zeit hier und den unfassbaren Sternenhimmel erzähle ich euch im nächsten Artikel.
Salzige Grüße,
Andi