Tag 171 bis 172 – Südliches Great Barrier Reef: Ein letztes Mal abtauchen

Zum Start ins neue Jahr, am 01. Januar, ging es für uns weiter nach Agnes Water beziehungsweise nach 1770. Ja, der Ort heißt wirklich so. Benannt wurde er nach dem Jahr 1770, in dem Captain James Cook hier an Land ging, um Vorräte aufzufüllen – es ist tatsächlich einer der wenigen Orte an der Ostküste, an dem Cook sicher gelandet ist.

Auf der Fahrt legten wir noch einen spontanen Zwischenstopp im Botanischen Garten von Rockhampton ein – und was für einen! Dort gibt es einen kleinen See, in dem sich hunderte Süßwasserschildkröten tummeln, und in den umliegenden Bäumen hingen ganze Kolonien schlafender Flughunde. Eine völlig unerwartete, aber wunderschöne Pause, die uns mal wieder gezeigt hat, wie überraschend Australien sein kann.

Danach ging es weiter Richtung Küste nach 1770. Der Ort gilt als einer der besten Ausgangspunkte für das südliche Great Barrier Reef. Nachdem uns das Schnorcheln bei Cairns so begeistert hatte, wollten wir unbedingt ein letztes Mal auf dieser Reise schnorcheln. Weiter südlich verschwinden die Korallenriffe nämlich nach und nach – 1770 ist sozusagen eine der letzten guten Chancen.

Mit ganz viel Glück konnten wir spontan die letzten zwei Plätze für einen Schnorchelausflug ergattern. Also standen wir am nächsten Morgen früh am Hafen. Diesmal waren wir auf einem kleinen Boot mit nur 8 Gästen, dem Kapitän und drei Crewmitgliedern. Eine ganz andere Atmosphäre als auf den großen Touren – viel persönlicher, ruhiger und irgendwie familiär.

Die Fahrt zu den Riffen dauerte wieder etwa 90 Minuten, aber das Warten lohnte sich. Unser erster Stopp war das Llewellyn Reef. Kaum im Wasser, waren wir wieder mitten im Korallenparadies: unzählige bunte Fische, verschiedene Hart- und Weichkorallen – und sogar Clownfische, die sich zwischen ihren Anemonen versteckten. Dazu sahen wir eine Karettschildkröte, einen Weißspitzen-Riffhai und sogar einen Hummer, der sich tief in seiner Höhle verschanzt hatte.

Leider wurde Carina hier von einer kleinen Qualle an der Hand erwischt. Zum Glück gibt es in dieser Region keine hochgefährlichen Quallenarten mehr wie weiter nördlich, aber gebrannt hat es trotzdem ordentlich. Zurück an Bord kümmerte sich die Crew sofort, es gab eine Salbe – und nach etwa 20 Minuten war alles wieder gut. Abenteuer inklusive kleiner Erinnerung eben.

Anschließend fuhren wir weiter zum Fitzroy Reef, einem fast geschlossenen Riffsystem mit einer großen Lagune in der Mitte – im Prinzip ein ringförmiges Riff mit ruhigem, seichtem Wasser im Inneren. Perfekt zum Schnorcheln, aber leider auch besonders anfällig für Korallenbleiche. Durch die geringe Tiefe erwärmt sich das Wasser hier schneller, was den Korallen in den letzten Jahren stark zugesetzt hat. Man konnte deutlich sehen, dass einige Bereiche gelitten haben.

Trotzdem gab es auch hier noch viel zu entdecken. Und dann kam das Highlight des Tages: ein ausgewachsener Ammenhai, etwa drei Meter lang. Carina hielt ihn von oben erst für einen kleinen Wal, so bullig wirkten Kopf und Körper im hellen Sand. Er lag ganz entspannt am Grund, bis ihm der Trubel wohl zu viel wurde – dann schwamm er mit ein paar kräftigen Schwanzschlägen davon. Ein unglaublicher Moment.

Zurück auf dem Boot warteten leckere Wraps und Kuchen, während wir langsam wieder Richtung Festland schipperten. Ein weiterer dieser Tage, die man am liebsten in einer Flasche konservieren würde.

Zurück auf unserem Campingplatz übernachteten wir diesmal in einem kleinen Bungalow bzw. Tiny-House bzw. einem modern umgebauten Anhänger. Diese Art von Unterkunft hatten wir inzwischen schon öfter gesehen – und wollten sie unbedingt ausprobieren. Es erinnerte mich total an die Bungalows meiner Eltern in Templin und an viele schöne Erinnerungen von früher. Am Abend gingen wir zur Abwechslung mal italienisch essen und gönnten uns eine richtig schön krosse Pizza. Ganz ehrlich: Das Leben kann manchmal verdammt gut sein 😊.

Als Nächstes ging es dann weiter nach Landsborough – zu den Kängurus.
Aber das ist eine andere Geschichte …

Schnorchelige Grüße
Andi 🐠🌊

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