Tag 52 bis 54 – Paracas zwischen Wüste und Ozean

Eine Stadt zwischen Wüste und Ozean – und ihr Name ist Paracas, unser nächstes Ziel. Wir kamen hier kurz nach 12 Uhr mit dem Bus aus Lima an und liefen die letzten Meter zum Hotel zu Fuß. Die Sonne schien, es war angenehm frisch mit rund 20 Grad, und eine leichte Brise vom Pazifik begleitete uns. Paracas liegt direkt am Pazifischen Ozean und doch wirkt die Umgebung staubtrocken. Alles sieht so aus, als ob jede Pflanze, die irgendwo wachsen will, künstlich bewässert werden müsste. Irgendwie ein unwirklich schöner Ort.

An unserem Anreisetag suchten wir uns als erstes was Schönes zum Mittag. Hier an der Küste war natürlich klar, dass wir wieder Fisch essen, denn so frisch gibt es ihn nirgendwo. Danach drehten wir eine kurze Runde durch Paracas und buchten bei einem der unzähligen Touranbieter eine Bootstour und einen Motorroller für den nächsten Tag.

Voller Vorfreude machten wir uns am nächsten Morgen früh auf zum Hafen. Dort wurden Touristen kreuz und quer in Boote verladen – eine echte Sitzplatz-Lotterie – und dann ging’s los. Der erste Halt war eine Boje, auf der sich fünf Seelöwen gemütlich sonnten. Es sah aus, als hätten sie eine durchzechte Nacht gehabt und müssten ihren Rausch ausschlafen 😉.

Danach steuerten wir den sogenannten „Kerzenleuchter“ an: den Paracas Candelabra, ein riesiger prähistorischer Geoglyphe, der 181 Meter hoch und weithin sichtbar an der Küste der Paracas-Halbinsel eingearbeitet wurde. Niemand kennt mit absoluter Sicherheit seine ursprüngliche Bedeutung. Archäologische Funde deuten aber darauf hin, dass er bereits schon um 200 v. Chr. existierte.

Danach fuhren wir ein gutes Stück weiter hinaus zu ein paar kleinen Inseln. Übrigens: Die Meeresfläche, die Inseln und große Landflächen gehören zum Paracas National Reserve. Die Inseln sind ein Paradies für Vögel: unter anderem Humboldt-Pinguine, Guanay-Kormorane, Peruanische Pelikane, Inca Terns, Black Skimmers und Chilenische Flamingos. Außerdem leben hier Seelöwen, und wir sahen sogar einige Junge, die erst ein paar Wochen alt waren. Es war einfach ein grandioser Ausflug, der uns beide richtig begeistert hat.

In Paracas angekommen, packten wir kurz ein paar Sachen um und schwangen uns auf den Roller. Der Plan: den Rest des Nationalparks erkunden und besonders die spektakuläre Küstenlinie ansehen. Allein unterwegs, ohne Tourguide, ohne festen Plan, einfach wir und die Landschaft – genau so wie Reisen sein sollte.

Die Umgebung ist wirklich verrückt: Auf der einen Seite das staubtrockene, karge Land, dass alles in die Knie zwingen möchte; und auf der anderen Seite der Ozean, voller Leben, mit all seinen Pflanzen und Tieren. Beides wirkt unendlich weit. Aber mach dir dein eigenes Bild und schau dir Carinas Fotos an, die sprechen Bände.

Am nächsten Tag zog es uns weiter nach Ica und zur Oase Huacachina, aber davon berichte ich euch das nächste Mal.

Bis dahin liebe Grüße,
Andi

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