Unser nächster Stopp führte uns nach Leura, einem kleinen Ort im Herzen der Blue Mountains. Die Region zählt zu den beliebtesten Erholungsgebieten Australiens und liegt nur rund zwei Stunden westlich von Sydney – perfekt also für alle, die Natur brauchen, aber die Großstadt nicht ganz hinter sich lassen wollen.
Am Ankunftstag haben wir es bewusst ruhig angehen lassen. Nach der Fahrt hatten wir keine Lust mehr auf große Touren, also sind wir einfach ein bisschen durch den Ort spaziert. Kleine Cafés, hübsche Häuser, viel Grün – es fühlt sich direkt entschleunigt an. Leura selbst ist charmant, ruhig und ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen. Genau unser Ding.
Zum Sonnenuntergang ging es dann noch zum berühmten Echo Point Aussichtspunkt, von dem man einen spektakulären Blick auf das Jamison Valley und die Three Sisters hat. Leider war es ziemlich wolkig, das Licht entsprechend flach – aber selbst ohne perfektes Farbspiel war die Aussicht beeindruckend.
Für die kommenden zwei Tage hatten wir dann volles Wanderprogramm geplant.
Am ersten Tag entschieden wir uns für einen Rundweg zu den Leura Cascades. Und ja – es waren sehr viele Stufen. Aber jeder Schritt hat sich gelohnt. Der Weg führte uns entlang von kleinen Wasserfällen und Kaskaden, durch feuchten Regenwald und über schmale Pfade, bei denen man immer wieder das Gefühl hatte, mitten in einem Märchenwald zu laufen.
Das stetige Plätschern des Wassers, das viele Grün und die abgeschiedene Stimmung machten die Anstrengung schnell vergessen.
Am zweiten Tag stand dann ein echter Klassiker auf dem Programm: der Grand Canyon Track. Einer der bekanntesten Wanderwege der Blue Mountains – und dementsprechend auch deutlich voller. Ganz so ruhig wie am Vortag war es also nicht, aber landschaftlich war die Tour trotzdem ein Highlight.
Der Weg führt durch eine beeindruckende Schlucht, vorbei an steilen Felswänden, Farnen, kleinen Wasserläufen und immer wieder auf unterschiedliche Höhenebenen. Besonders schön war der Blick über das Tal, wo man tatsächlich diesen typischen blauen Dunst erkennen konnte, der den Blue Mountains ihren Namen gibt. Entgegen vieler Vermutungen entsteht dieser nicht durch Wasserverdunstung, sondern durch feine ätherische Öle der Eukalyptusbäume, die in der warmen Luft verdampfen und das Licht blau streuen. Ziemlich faszinierend – und irgendwie magisch.
Abends zog es uns dann nochmal zum Echo Point – und diesmal meinte es das Wetter gut mit uns. Klarer Himmel, perfektes Licht und ein Sonnenuntergang, der die Felsen langsam in warme Orange- und Rottöne tauchte. Genau so hatten wir uns den ersten Abend eigentlich erhofft.
Was uns besonders in Erinnerung geblieben ist: die Geräuschkulisse. Jeden Abend hörten wir unzählige Vögel – darunter auch sehr viele Kakadus, laut, neugierig und absolut nicht zu überhören. Ein echtes australisches Naturkonzert zum Tagesabschluss.
Die Blue Mountains haben uns genau das gegeben, was wir uns erhofft hatten: Bewegung, Natur, frische Luft und dieses Gefühl, für ein paar Tage komplett raus zu sein.
Wandergruß aus den Blue Mountains
Andi