Nach unserer Tour durch die Salzwüste ging es für uns mal wieder mit dem Bus weiter – diesmal von San Pedro de Atacama über die Anden nach Salta in Argentinien. Diese Strecke ist wirklich ein Highlight für sich. Wir fuhren über endlose Hochebenen, vorbei an glitzernden Salzflächen, bunten Rainbow Mountains und dann Serpentine um Serpentine hinab in tiefere Regionen. Irgendwann standen plötzlich wieder Bäume am Straßenrand, und je weiter wir kamen, desto grüner wurde alles.
Argentinien fühlte sich vom ersten Moment an komplett anders an als alles, was wir in den letzten Wochen gesehen hatten. Die Städte wirken europäischer, die Menschen sehen europäischer aus, viele Straßenzüge haben breite Alleen mit großen Bäumen, und der generelle Standard ist einfach ein gutes Stück höher als in Bolivien oder Peru. Dazu kommt: Die Menschen sind unglaublich herzlich und unkompliziert. Wir fühlten uns direkt wohl.
Nur eine Sache hat uns eiskalt erwischt: Argentinisches Spanisch. Oder besser gesagt: dieses „Che, vos…“ Kauderwelsch, das sich weigert, auch nur irgendetwas mit dem Rest der spanischsprachigen Welt zu tun zu haben. Nach Monaten voller Erfolgserlebnisse im Verstehen standen wir plötzlich wieder da wie zwei Touristen, die seit gestern Duolingo benutzen. Frustrierend, aber irgendwie auch lustig.
Unsere Unterkunft war diesmal etwas ganz Besonderes. Wir wohnten im Poolhaus einer älteren Dame in einer sehr schicken Gegend. Und ich übertreibe nicht: Es fühlte sich wirklich an wie O.C. California – nur ohne Drama und ohne Strand. Ein kleiner Garten, zwei fröhliche Hunde und ein Pool, der uns ständig verlockend angrinste, aber leider nicht gefüllt war. Wir haben uns dort sofort wie zu Hause gefühlt. Und die beiden Hunde, die uns jedes Mal schwanzwedelnd begrüßten, haben natürlich auch ihren Beitrag geleistet.
Auch organisatorisch mussten wir uns ein wenig umstellen. In Argentinien gibt es wegen der Wirtschaftslage mehrere Wechselkurse, und Touristen nutzen oft den sogenannten „Cambio“ – Bargeld wechseln auf der Straße. Das fühlte sich anfangs an, als würden wir gerade etwas Illegales tun, dabei ist es in Argentinien komplett normal. Ein bisschen verrückt, aber man gewöhnt sich schnell daran.
In Salta selbst haben wir es ruhig angehen lassen. Erst einmal ankommen. Ein bisschen durch die schönen, grünen Straßen schlendern, uns treiben lassen und natürlich ein Eis essen – denn Argentinier machen richtig gutes Eis. Nach all den Wanderungen und Touren haben wir endlich mal wieder etwas Sport gemacht. Carina hat Yoga gemacht, ich war eine Runde joggen und habe dabei wieder gemerkt, dass Laufen auf 1200 Metern Höhe doch anstrengender ist als gedacht. Aber hey – immerhin ein Versuch.
Eines unserer Highlights in Salta war der Spaziergang auf den San Bernardo Hügel. Der liegt direkt neben unserer Unterkunft und führt über einen kleinen Weg und viele Treppen durch grüne Natur hinauf. Oben angekommen hatten wir einen schönen Blick über die ganze Stadt. Für den Rückweg waren wir dann allerdings faul und sind mit der Seilbahn runtergefahren. Sehr zu empfehlen für entspannte Menschen wie uns.
Und dann wären da noch unsere beiden tierischen Mitbewohner. Die Hunde unserer Gastgeberin waren echte Seelenwärmer. Wir haben viel mit ihnen gespielt, sie gekrault und manchmal einfach nur mit ihnen im Garten gelegen. Ein kleines bisschen „Heimgefühl“ auf Reisen.
Alles in allem war Salta genau das, was wir zu diesem Zeitpunkt gebraucht haben: ein Ort zum Durchatmen, Wohlfühlen und sanft in ein neues Land eintauchen. Argentinien hat uns vom ersten Moment an überrascht – im besten Sinne.
Entspannte Grüße,
Andi