Tag 73 bis 77 – Zurück in Arequipa – Alpakas, Kondore und Sushi

Nach all den Abenteuern rund um Cuzco führte uns unsere Reise wieder zurück nach Arequipa – diesmal ganz entspannt. Kein Sightseeing-Marathon, kein Zeitdruck, einfach nur ankommen und genießen. Wir wohnten wieder in einem richtig schönen, familiären Hotel – ein altes herrschaftliches Haus mit Dachterrasse, hohen Decken und dem Charme vergangener Zeiten. Man fühlte sich fast ein bisschen, als würde man bei einer peruanischen Tante zu Besuch sein, die sich einfach freut, dass man da ist.

Dieses Mal ließen wir es ruhig angehen. Wir schlenderten durch die Straßen, beobachteten das bunte Treiben, genossen die Sonne und die entspannte Atmosphäre. Arequipa hat einfach dieses besondere Flair – lebendig, aber trotzdem gemütlich. Zum Abschluss des Tages gönnten wir uns noch richtig gutes Sushi (ja, auch in Peru gibt’s das!) – und es war erstaunlich frisch und lecker. Eigentlich wollten wir auch noch einen Kochkurs machen, um die Geheimnisse der peruanischen Küche zu lernen, aber leider war auf die Schnelle kein Platz mehr frei. Naja, beim nächsten Mal vielleicht – schließlich ist Arequipa eine Stadt, in die man gerne wiederkommt.

Am nächsten Tag startete dann unser kleines Abenteuer: eine zweitägige Tour zum Colca Canyon. Unsere Reiseleiterin Gina war einfach ein Original. Lustig, direkt und mit einer guten Portion Sarkasmus – wir mochten sie sofort. Zwischendurch erzählte sie nicht nur spannende Dinge über Land und Leute, sondern lästerte auch munter über die Politik. Da kamen wir uns fast ein bisschen wie zu Hause vor 😄.

Auf dem Weg zum Canyon fuhren wir durch den Salinas y Aguada Blanca Nationalpark und hielten an mehreren Aussichtspunkten. Besonders der Stopp bei einer Lama- und Alpaka-Herde war ein Highlight – die Tiere waren unfassbar fotogen (oder einfach sehr geduldig). Das wurden definitiv die lustigsten Fotos der Reise! Außerdem sahen wir sogar Vikunjas, die wild lebenden Verwandten der Alpakas. Ihre Wolle ist die feinste und teuerste der Welt – und sie wissen das ganz offensichtlich, so elegant wie sie durch die Landschaft stolzieren.

Am Abend traf sich unsere ganze Reisegruppe in einem kleinen Restaurant zum gemeinsamen Essen. Es gab traditionelle Musik, Tanz und jede Menge Spaß. Carina und ich ließen uns nicht zweimal bitten und tanzten bei der Polonäse mit – wer hätte gedacht, dass wir dafür bis nach Peru reisen müssen!

Am nächsten Morgen hieß es früh aufstehen, denn die Kondore warteten. Der Colca Canyon ist einer der besten Orte, um die riesigen Anden-Kondore in freier Wildbahn zu beobachten. Und tatsächlich: Wir hatten Glück! Ganze fünf Kondore segelten majestätisch über uns hinweg – drei junge mit braunem Gefieder und zwei ausgewachsene mit ihrem beeindruckenden schwarz-weißen Muster. Es war einfach faszinierend, diese riesigen Vögel so elegant in den Aufwinden tanzen zu sehen.

Der Canyon selbst konnte uns ehrlich gesagt nicht mehr ganz so beeindrucken – vielleicht waren wir nach all den spektakulären Landschaften einfach ein bisschen „verwöhnt“. Aber trotzdem war es ein wunderschöner und lohnenswerter Ausflug voller schöner Momente, Lachen und guter Gesellschaft.

Zurück in Arequipa checkten wir wieder in unser vertrautes Hotel ein – unser Gepäck war zum Glück dort geblieben. Nach einer letzten Nacht in der weißen Stadt packten wir dann unsere Rucksäcke und machten uns auf den Weg nach Puno am Titicacasee – immer weiter Richtung bolivianische Grenze und dem nächsten Kapitel unseres Abenteuers.

Erinnerungswürdige Grüße aus Arequipa,
Andi

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